Herzerkrankungen: Sterberate drastisch gesunken

By | July 19, 2013

 

In den meisten Ländern der Europäischen Union hat sich die Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen seit den 1980er-Jahren etwa halbiert. Einige Länder, vor allem in Osteuropa, bilden dabei eine Ausnahme, berichten Melanie Nichols und ihre Kollegen von der Oxford Universität im «European Heart Journal».
 
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hauptsächlich Herzinfarkte und Schlaganfälle, gehören zu den häufigsten Todesursachen und sind in der EU für etwa 1,9 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Seit 30 Jahren ist aber ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Ob die Zunahme an Adipositas und Diabetes-Erkrankungen zu einer Umkehr dieses Trends führt, wie häufig befürchtet,  haben nun Nichols und Kollegen anhand von Daten der Weltgesundheitsorganisation untersucht. Sie werteten die Daten der «WHO global mortality database» aus den Jahren 1980 bis 2009 getrennt nach Geschlechtern für koronare Herzerkrankungen (KHK) aus und analysierten dabei folgende Altersgruppen: unter 45 Jahre, 45 bis 54 Jahre, 55 bis 64 Jahre und ab 65 Jahre.
 
Der Analyse zufolge nahm in den meisten EU-Ländern die KHK-Mortalität in allen Altersgruppen in beiden Geschlechtern deutlich ab. Am stärksten war diese Reduktion in Dänemark, den Niederlanden, Schweden, Großbritannien, Irland und Malta, wo sie zum Teil über 70 Prozent betrug. Deutschland lag mit einem Rückgang von 49 Prozent bei Männern und 39 bei Frauen eher im Mittelfeld. Nur geringe, nicht signifikante Rückgänge bei der KHK-Mortalität von Männern waren in Ungarn, Polen, Lettland und Litauen zu verzeichnen. In Rumänien nahm die Todesrate sogar tendenziell zu. Bei Frauen war in Griechenland, Ungarn, Litauen, Polen, Rumänien und in der Slowakei kaum eine Reduktion zu verzeichnen. Obwohl in einigen Ländern in der jüngsten Altersgruppe der Abwärtstrend sich ein wenig abschwächte, seien diese Länder aber in der Minderheit, schreiben die Autoren. Insgesamt liefere die Analyse kaum Hinweise auf eine mögliche Trendwende.

 

 

Erstmals veröffentlicht:

www.pharmazeutische-zeitung.de/

Share this:
Share this page via Email Share this page via Stumble Upon Share this page via Digg this Share this page via Facebook Share this page via Twitter